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Workshop zum Tag der Nachbarn: Organisieren, gemeinsam feiern, in Kontakt bleiben!


Engagierte Ehrenamtliche und Expert*innen, spannende Workshops und hochkarätige Referent*innen. Einen Tag nach der Preisverleihung des Deutschen Nachbarschaftspreis geht es mit dem Forum „Engagierte Nachbarschaft“ der nebenan.de Stiftung direkt weiter. Mittendrin: Motivierte Gastgeber*innen des Tag der Nachbarn.

Am Nordbahnhof in Berlin ist am 25. Oktober einiges los. Ab 10 Uhr morgens trudeln die ersten Teilnehmer*innen des Forum “Engagierte Nachbarschaft” in die Räumlichkeiten der Diakonie Deutschland ein. Dafür sind viele der insgesamt über 100 Engagierten extra nach Berlin gefahren: Von Freiburg, über München, Köln, Halle, Erfurt und Hamburg – alle Regionalitäten sind vertreten. 

Den ganzen Tag über geben Expert*innen aus dem NGO-, PR- und Verwaltungssektor in Workshops, Plenarvorträgen und offenen “Frag-mich-alles”-Runden praxisrelevante Tipps & Tricks zu Themen wie (Online-)Fundraising, Ehrenamtsmanagement, Storytelling, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit und der Mitstreiter*innen-Suche. 

Und ganz klar: Neben dem Wissensgewinn steht heute der Dialog und die Vernetzung von nachbarschaftlich Engagierten, Vertreter*innen aus Politik und Wohlfahrt sowie Freunden & Förderern der nebenan.de Stiftung im Mittelpunkt. So lernen sich die Gäste direkt zu Beginn der Veranstaltung im “Speed Dating” kennen – nicht selten hört man im Laufe des Tages Sätze, wie “Lass uns auf jeden Fall in Kontakt bleiben” und “Dann bis zum nächsten Mal”.

 

Ein Nachbarschaftsforum ohne Nachbarschaftsfeste? Unvorstellbar.

Und Tipps & Tricks zur Festgestaltung und dem gemeinsamen Feiern am Tag der Nachbarn gibt es natürlich auch: Im Workshop “Nachbarschafts- und Straßenfeste”. 

Das Besondere ist: Expert*innen sind in diesem Workshop alle! Die Kölnerinnen Julia & Henrieke vom Büdchen am Nikolausplatz, die den Tag der Nachbarn seit Jahr Eins mit einer großen Pasta-Party begleiten und eine kurze Input-Präsentation halten, die zahlreichen Teilnehmer*innen, von denen bereits fast alle am Tag der Nachbarn mitgefeiert haben und natürlich die Moderatoren Daria & Sebastian von der nebenan.de Stiftung. Gemeinsam wird hier diskutiert und sich ausgetauscht – eben wie in der richtigen Nachbarschaft.

 

Die Ergebnisse

Hier ein kurzer Überblick, welche Tipps & Tricks die Teilnehmenden im Tag der Nachbarn-Workshop für ihre Feste zusammengetragen haben:

1. Wie lade ich meine Nachbar*innen am besten ein?

Hier sind sich alle einig. Um möglichst viele Nachbar*innen zu erreichen, sollte über möglichst viele Kanäle eingeladen werden. Dazu kann man sowohl die Aushänge aus der Mitmach-Box, die eigenen Social Media-Kanäle & Webseiten sowie das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de nutzen, Informationszettel in den Briefkästen der Nachbarschaft verteilen oder Nachbar*innen im direkten Gespräch über das geplante Fest informieren. 

Aushänge und Einladungskarten, die du in deiner Nachbarschaft verteilen kannst, gibt es auch bei uns im Download-Bereich

Und wieso nicht “größer” denken? Flyer in den lokalen Geschäften zu verteilen oder diese gleich als Partner mit ins Boot holen, hört sich nur auf den ersten Blick nach viel Arbeit an, kann aber niederschwellig dabei helfen, viele Nachbar*innen zu erreichen. Jede/r Geschäftsinhaber*in freut sich, wenn er/sie die Menschen in der Umgebung kennenlernt und unterstützen kann. Das gilt übrigens auch für andere Organisationen (wie Vereine, soziale Initiativen, Schulen und Kindergärten). Und was spricht eigentlich dagegen, direkt den Kontakt zu lokalen Medien aufzubauen? Insbesondere in den Redaktionen von Stadtteilzeitungen trifft man erfahrungsgemäß oft auf helfende Hände, die mithilfe ihrer großen Reichweite noch mehr Menschen über eure Feste informieren können.

 

2. Wie nutze ich die Ressourcen in meiner Nachbarschaft, damit mein Nachbarschaftsfest möglichst wenig Aufwand und Kosten verursacht?

Selbst ein großes und öffentliches Nachbarschaftsfest muss nicht teuer sein! Das verdeutlicht schon der Einstieg der Vertreterinnen des Büdchen am Nikolausplatz, die festhalten, dass sie für ihre bisherigen Nachbarschaftsfeste nichts ausgegeben haben. Schon bei der Verpflegung kann man die Nachbarschaft mit einbinden. Wenn jede/r etwas zu essen mitbringt, ist das Buffet schnell gefüllt. Aber auch Tische und Bänke können sich Gastgeber*innen in der Nachbarschaft organisieren, ausgefallene Dinge (Nudel- und Kaffeemaschinen, Warmhalteplatten, etc.) auch in den Restaurants der Umgebung ausleihen, Unkosten durch freiwillige Spenden decken lassen, Feste durch Kooperationen, z.B. mit Sportvereinen aus der Nachbarschaft, bezuschussen lassen und bei Platzproblemen vielleicht sogar den Schulhof der örtlichen Grundschule nutzen. 

Aber auch bei größeren Festen können Organisationen aus der Nachbarschaft helfen. Ihr braucht Boxen, Lautsprecher und eine gute Anlage? Wieso nicht das Technische Hilfswerk fragen? Ihr wollt euer Fest mit Musik beschallen, habt aber keine finanziellen Möglichkeiten, um die GEMA-Gebühren zu zahlen? Kooperiert mit Vereinen aus der Nachbarschaft, die das bereits tun. Das Fest ist so groß, dass medizinisches Personal benötigt wird? Ab zu den Maltesern, Johannitern, dem Roten Kreuz & Co. und nach unentgeltlicher Unterstützung fragen - in den meisten Fällen wird sich dort über die Möglichkeit, das eigene Wirken zu präsentieren, sogar gefreut.

Ihr wollt noch mehr Tipps? Kein Problem! Die gibt's hier!

 

3. Wie spreche ich mit meinem Fest alle Nachbar*innen unabhängig von Alter, Sprache & Milieu – an?

Wir glauben: Integration gelingt, wenn Nachbarschaft entsteht! Aber wie kann man über das gemeinsame Feiern am Tag der Nachbarn den Kontakt zu Renter*innen, Menschen mit Migrationshintergrund, Geflüchteten aufbauen? In Bezug auf Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund kann die Einladungskarte in verschiedenen Sprachen helfen - diese befindet sich auch schon in der Mitmach-Box. So erfahren auch Menschen, die des Deutschen nicht mächtig sind, von Nachbarschaftsfesten in ihrer Umgebung. Und ältere Menschen sind in den sozialen Netzwerken oftmals nicht sonderlich präsent. Wieso nicht einfach bei Oma Erna aus dem 5. Stock klingeln und sie direkt zum gemeinsamen Feiern einladen? 

Im besten Fall sind verschiedenste Gruppen allerdings schon im Planungsprozess involviert. Feiert doch einfach gemeinsam mit dem Seniorentreff, der Geflüchteteninitiative oder der Tafel aus der Nachbarschaft? So erreicht ihr wirklich ALLE Nachbar*innen  - unabhängig von Alter, Sprache & Milieu.

 

4. Wie gestalte ich mein Fest, damit sich die Nachbarschaft wirklich kennenlernt und auch über den Tag der Nachbarn hinaus in Kontakt bleibt?

Fest ist nicht gleich Fest, darin sind sich alle Workshop-Teilnehmer*innen einig. Im besten Fall begegnen sich die Gäste und bauen nachhaltige Beziehungen untereinander auf. Auch über den Tag der Nachbarn hinaus – denn gute Nachbarschaft besteht aus verlässlichen sozialen Beziehungen! Und je mehr Interaktion auf dem Fest stattfindet, desto leichter entsteht diese. Kennenlernspiele eignen sich sehr gut, um die ersten Hürden zu überwinden. Besonders bei größeren Nachbarschaftsfesten auf denen sich die Nachbar*innen zuvor oftmals noch nicht wirklich kennen. Als Gastgeber*in kann man außerdem proaktiv eingreifen und die Menschen untereinander bekannt machen. Jede/ freut sich, wenn ihm sein/e Tischnachbar*in vorgestellt wird und man dadurch einfach und unverkrampft ins Gespräch kommt. 

Das stärkste Gruppengefühl entsteht allerdings durch das gemeinsame “Anpacken”. Wieso nicht als Nachbarschaft Verantwortung für die gemeinsame Nachbarschaft übernehmen und am Tag der Nachbarn die Baumbeete in der Straße bepflanzen. Oder gemeinsam aufräumen das Viertel. Das macht Spaß, schweißt zusammen, verschönert euer Umfeld und ist sogar noch nachhaltig.

 


 

Einen herzlichen Dank an alle Referent*innen, die während des Forum "Engagierte Nachbarschaft" ihr Wissen und ihre Erfahrungen geteilt haben:

 


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