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Bench Bombing


Wenn es an Sitzmöglichkeiten auf der Straße mangelt, kann die Nachbarschaft selbst aktiv werden. Beim sogenannten „Bench Bombing” stellen Bürger*innen in Eigeninitiative selbst gebaute Bänke auf. Den Menschen wird so bewusst, welchen großen Unterschied einfache Bänke für die Aufenthaltsqualität auf Plätzen und Straßen machen können. Die Sitzmöbel können dabei sehr simpel und kostengünstig gestaltet sein, aber auch aufwändig und mit künstlerischem Anspruch konstruiert werden.

1. Mitstreiter*innen suchen

Stellt eine kleine Gruppe auf die Beine und findet gemeinsam Plätze und Straßen, die sonst kaum genutzt werden und mit Bänken aufgewertet werden können. Auch Senior*innen, die ausreichend Sitzgelegenheiten zum Ausruhen in der Stadt brauchen, kann man über Vereine und Seniorentreffs als Unterstützung gewinnen. Mehr Tipps zum Mitstreiter*innen-Finden gibt es hier.

2. Die Bänke bauen

Eine sehr einfache und günstige Variante ist der „Berliner Hocker”. Die Materialkosten liegen hier bei nur 10 Euro. Er ist Teil der Hartz IV-Möbelserie, die Anleitungen für den Eigenbau von möglichst einfachen und trotzdem gut durchdachten Möbeln liefert. Die Beschreibung und Bauanleitung steht im Internet zur freien Verfügung, den Link findest du am Ende dieses Artikels.

3. Stellt die Bank auf!

Oft lässt sich schon kurz nach dem Aufstellen beobachten, wie Passanten die neuen Sitzgelegenheiten nutzen und sich den Raum so zurückerobern. Wenn du die Leute noch zu einem Glas selbstgemachte Limonade oder einem Stück Kuchen einlädst, kommen spannende Begegnungen und Gespräche fast von selbst. Aber Achtung: Nicht bereits enge Gehwege mit Bänken verstellen, sonst kann es schnell Ärger mit Anwohner*innen und Behörden geben.

4. Öffentlichkeit schaffen

Vermutlich wird eine spontan von Privatleuten aufgestellte Bank früher oder später von zuständigen Behörden entdeckt und im Zweifelsfall entfernt. Das sollten alle, die aktiv werden wollen, im Hinterkopf behalten. Öffentlichkeit hilft dabei, dass die Bank etwas länger stehen bleibt und eine Diskussion über ausreichend viele Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum geführt wird. Am besten bereitest du etwas Infomaterial vor und lädst die lokale Presse zu einem Gespräch ein.

Auch interessant: In Wien klappt „Bench Bombing” ganz offiziell.

Im September 2015 fand in Wien der erste »Bankerl-Tag« statt. Der Verein Raumteiler e.V. baute zusammen mit Bewohner*innen eines Straßenzuges Stadtmöbel, um den öffentlichen Raum zu beleben und die Anonymität der Großstadt aufzubrechen. Die Aktion wurde von der Lokalen Agenda 21 zur Förderung von Bürgerbeteiligungsprozessen unterstützt. Anders als beim „Bench Bombing“ ist durch die Beteiligung der Stadt Wien gewährleistet, dass die Möbel nicht sofort von den Behörden entfernt werden und die Bürger*innen somit länger etwas davon haben.

Nützliche Links

Diese und mehr Praxisbeispiele hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in einem Leitfaden gesammelt. Diesen findest du frei verfügbar im Internet oder als Teil der kostenlosen Toolbox #StrasseZurueckerobern.

Die kostenlose Toolbox #StrasseZurueckerobern des VCD kannst du hier bestellen.

Das Projekt „Straße zurück erobern“ vom VCD: https://www.vcd.org/themen/strasse-zurueckerobern/

Le-Mentzel, Van Bo (2016): »Hartz IV Möbel«

Lokale Agenda 21 Wien (2016): »Grätzl-Oase: Bankerl-Tag «


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