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Hilfsangebote im Hausflur


Gina H. wohnt seit 8 Jahren in ihrer Wohnung in Berlin Neukölln. Zu ihren Nachbar*innen hat sie bisher eher weniger Kontakt gehabt. Einige kennt sie gar nicht, andere grüßt sie auf dem Flur. Pakete werden füreinander angenommen und ab und zu bekommt sie mit, dass manche füreinander Blumen gießen, wenn jemand verreist ist.

„Für Berliner Verhältnisse sind wir eine nette Hausgemeinschaft”, so Gina. “Man weiß, man könnte überall im Haus nach Zucker fragen. Aber in der Praxis macht man es doch nicht.” 

- Gina, Teilnehmerin der Nachbarschaftschallenge

 

In Krisenzeiten zusammenhalten

Als Gina erfährt, dass sich in Deutschland und Berlin die Situation rund um das Coronavirus zuspitzt, fackelt sie nicht lange. Sie weiß, dass ihr direkter Nachbar lungenkrank und sogar auf ein Sauerstoffgerät angewiesen ist. Besuch hat er fast nie und er bekommt nur wenig Unterstützung. So fasst sie sich ein Herz:  

„Zuerst habe ich einfach geklingelt, als ich gehört habe, dass er in seiner Wohnung ist, aber er hat nicht aufgemacht. Vielleicht war das eine Schutzmaßnahme. Daraufhin habe ich ihm einen Zettel in den Briefkastenschlitz in der Tür gesteckt. Darauf stand, dass ich sehr gern bei Einkäufen und Besorgungen helfe und er sich an mich wenden kann.”

Einen Tag später sieht sie die Aushänge zur Nacharschaftshilfe, die ihr von einer Freundin geschickt wurden. Schnell druckt sie eine aus und hängt sie in ihren Hausflur, sodass auch andere Bewohner*innen des Hauses von ihrem Hilfsangebot Gebrauch machen können. An Eltern und ihre Kinder habe sie gar nicht gedacht. Aber vor allem jetzt, wo Kitas und Schulen schließen, könnten sie natürlich ihre Unterstützung gebrauchen.

Aushänge herunterladen

 

Auf einfache Kommunikation setzen

Gina hofft, dass ihr Aushang auch andere Bewohner*innen und Besucher*innen des Hauses motiviert, selbst Nachbarschaftshilfe in ihren Wohnhäusern anzubieten. Ihr Nachbar hat sich mittlerweile für ihr Engagement bedankt und einen kleinen Zettel zurückgeschrieben. Er braucht zwar gerade noch keine Hilfe, doch Gina lässt den Aushang im Hausflur weiterhin hängen.

„Vielen Leuten fällt es wahrscheinlich sehr schwer, aktiv um Hilfe zu bitten, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Durch den Flyer scheint mir die Hürde geringer. Zudem finde ich es schön, dass dadurch mehr Menschen aufmerksam gemacht werden.”

 

Wichtig für den Einkauf: Wenn ihr auch helfen und für Nachbar*innen einkaufen gehen wollt, stellt eure Einkäufe vor der Tür ab und übergebt sie nicht persönlich. Zurzeit ist es wichtig, dass insbesondere Menschen aus den Risikogruppen Menschenkontakt komplett vermeiden. Klingelt bei eurer Nachbar*in zum Zeichen, dass die Einkäufe vor der Tür stehen und wartet nicht darauf, dass sie die Tür öffnen.