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Kreative Begegnungsformen in Coronazeiten


Das Quartiersprojekt „Leben und Älterwerden in Remagen mitgestalten“ sorgt für ein vielseitiges Freizeitangebot, durch das sich die Nachbar*innen in Remagen kennenlernen und gemeinsam ihre Interessen verfolgen können. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: von der Mountainbike-Gruppe über den Literaturkreis, verschiedene Begegnungsorte und Veranstaltungen bis hin zu Angeboten wie Reparaturcafés oder Besuchsdiensten. Diese Initiativen haben sich nach und nach ausgeweitet und sorgen für ein reges soziales Leben, das gerade älteren Menschen zu vielen sozialen Kontakten und mehr Lebensqualität verhilft.

Nun können all die Angebote aufgrund der Coronakrise und den entsprechenden Maßnahmen nicht mehr stattfinden, da soziale Kontakte nicht mehr stattfinden sollen und insbesondere die Risikogruppe von Menschen ab 50 bis 60 Jahren so von einer Infektion mit dem Virus gefährdet ist. Wie kann so eine lebendige Nachbarschaft weitergeführt werden?

 

Digitale Vernetzung

 

Mechthild Haase ist Sozialarbeiterin und in Teilzeit bereits seit vier Jahren im Projekt „Leben und Älterwerden in Remagen mitgestalten“ mit Förderung der Deutschen Fernsehlotterie tätig. Wie viele soziale Vereine stellt sie die aktuelle Situation vor ganz neue Herausforderungen. Denn so wie bisher kann sie ihr Projekt nicht weiterführen: Alle Initiativen leben von persönlichen Begegnungen, die nun wegfallen. Damit der Austausch zwischen den Nachbar*innen weitergeführt werden kann, beschließt sie mit ihren Kolleg*innen, auf digitale Lösungen zurückzugreifen.

Hier kommt ihnen zugute, dass die Remagener*innen bereits im letzten Sommer auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de aktiv geworden sind und sich zusätzlich digital vernetzt haben.

 

Mittlerweile findet da eine ganz rege Kommunikation statt. Und durch Corona hat das Ganze nochmal einen enormen Aufschwung bekommen.

- Mechthild Haase, Sozialarbeiterin

 

Die Nachbar*innen tauschen sich dort nicht nur aus, sondern bieten nun viele Formen der Nachbarschaftshilfe an. So verbessert sich in Remagen der nachbarschaftliche Miteinander in ganz unterschiedlicher Weise: Nachbar*innen, die sich bereits kennen blieben in Kontakt, aber auch neue Kontakte werden geknüpft. Zudem sind gerade jüngere Menschen digital unterwegs und bringen sich aktiv in eine lebendige Nachbarschaft ein. Besonders erfreut ist Mechthild, dass es nicht bei der digitalen Kommunikation bleibt:

 

Auch analog wird Hilfe angeboten. Unter anderem werden jetzt Mundschutzmasken für die Nachbarschaften genäht. Mit unserem Quartiersprojekt haben wir auch eine neue Initiative auf den Weg gebracht: Einladung zu einer Schreibwerkstatt. Ganz nach dem Motto 'Wir müssen zwar zu Hause bleiben, doch können wir Geschichten schreiben.'

 

Die Remagener*innen können Mechthild und ihren Kolleg*innen per Email ihre Gedanken rund um die Coronakrise schreiben: Was sie bewegt, wie sie ihren Alltag erleben oder was sie derzeit ärgert – ihre eigene Perspektive soll auch jetzt Gehör finden. Die Umstellung der Arbeit des Quartiersprojekts sorgt dennoch dafür, dass einiges los ist. Nichtsdestotrotz hofft nicht nur Mechthild – wie wir alle – dass die Situation bald ein Ende findet.

 

 

Bild: Klaus D. Wolf