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Was können wir am Tag der Nachbarn für die Bienen tun?


Am 20. Mai ist nicht nur Tag der Nachbarn, es ist auch Weltbienentag! Ein guter Anlass, um nicht nur seinen menschlichen, sondern auch seinen Bienen-Nachbar:innen etwas Gutes zu tun. Wir haben mit der Wildbienenschutzinitiative #beebetter vom BurdaVerlag gesprochen und sie gefragt, was wir am Tag der Nachbarn für die Bienen tun können.

 


 

Welche Arten von Bienen gibt es?

beebetter: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Honigbienen und Wildbienen. Laut aktueller Forschungslage gibt es weltweit neun verschiedene Honigbienenarten, wovon acht in Asien ihren natürlichen Lebensraum finden. Bei den Wildbienen fällt die Artenanzahl etwas höher aus. Allein in Europa zählt man mehr als 2.500 verschiedene Wildbienenarten, welche sich in Lebensraum und Aussehen stark unterscheiden. In Deutschland sind über 560 verschiedene Wildbienenarten bekannt.

 

Warum brauchen die Bienen unsere Unterstützung und warum sind sie so wichtig für unsere Umwelt? 

beebetter: Honigbienen produzieren, wie der Name schon sagt, Honig. Sie leben als Staat gemeinsam im Bienenstock und haben in der Regel eine:n Imker:in, welche:r sich fürsorglich um die Bienen kümmert und dafür sorgt, dass ihre Lebensbedingungen möglichst stimmig sind.

Ganz anders sieht das bei den Wildbienen aus. Sie sind zwar in erster Linie keine Honigproduzentinnen, ihre effiziente Bestäubungsleistung macht sie für uns aber von unschätzbarem Wert. Wildbienen leben solitär, d.h. alleine und ohne Bienenstaat. So sind sie in der Regel komplett auf sich allein gestellt. Einige Arten sind bereits ausgestorben oder stark vom Aussterben bedroht. Unser Augenmerk sollte daher vor allem auf dem Schutz der Wildbienen liegen, denn das Aussterben der Wildbienen kann gravierende Auswirkungen auf unser aller Leben haben.

Um zu verstehen wie wichtig die Wildbienen für uns sind, muss man sich die Effizienzverteilung von Honigbienen, Wildbienen und anderen Insekten in Sachen Bestäubungsleistung ansehen. 80% der in Deutschland heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen, 20% können sich selbst bestäuben. Von diesen 80% der Pflanzen, die sich nicht selbst bestäuben können, werden wiederum rund 80% allein durch Honig- und Wildbienen bestäubt. Den Rest erledigen andere Insekten oder Umwelteinflüsse wie z.B. der Wind. Hummeln, welche zu den Wildbienen zählen, bestäuben durchschnittlich rund 3- bis 5-mal so viele Blüten pro Tag wie eine Honigbiene. Außerdem beginnen Wildbienen bereits zu kälteren Temperaturen ihre Flügel zu schwingen und leisten damit meist früher als Honigbienen Bestäubungsarbeit. All das zeigt, dass Honigbienen nicht alleine für die Bestäubung der Pflanzen sorgen können.

 

Wie können wir Artenschutz nachhaltig und langfristig in unserer Nachbarschaft umsetzen?

beebetter: Ziel sollte es sein, Wildbienen und anderen Insekten wieder mehr natürlichen Lebensraum zurückzugeben, um so für den Erhalt der Artenvielfalt sorgen zu können. Das Schöne daran ist: Jede:r kann ganz leicht etwas dazu beitragen. Ob im eigenen Garten, auf der Terrasse oder Balkon – bienenfreundliche Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten lassen sich überall schaffen.

 

Was können wir konkret am Tag der Nachbarn / Weltbienentag für die Bienen tun?

beebetter: Sorgt gemeinsam für mehr bienenfreundliche Flächen, indem ihr beispielsweise bienenfreundliches Saatgut ausbringt, Nisthilfen baut, ein Sandarium anlegt (ca. 70% der Wildbienen sind Bodennister) oder für Wasserstellen sorgt.

 

Am Tag der Nachbarn rufen wir auch dazu auf, die Nachbarschaft mittels Blumensamen aufblühen zu lassen. Was sollten wir bei Pflanz-Aktionen für Bienen beachten? 

beebetter: Ganz wichtig: Auf die richtigen Pflanzen kommt es an! Beim Pflanzenkauf solltet ihr unbedingt darauf achten, dass es sich um heimische, ungefüllte, pollen- und nektarreiche Pflanzen handelt – d.h. Pflanzen mit möglichst frei zugänglichem Blüteninneren, damit die Bienen Pollen und Nektar gut erreichen können. Sie müssen außerdem frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln sein, im Idealfall stammen die Bienenmagnete aus biologischem Anbau.

Abgesehen davon ist es wichtig, auch den Fortbestand der Flächen- bzw. Pflanzenpflege gewährleisten zu können. Denn nur bei regelmäßiger Pflege können langfristige Bienenrastplätze entstehen und so ein wirklicher Mehrwert geschaffen werden.
 

Was können wir in unserem Alltag beachten, um Bienen zu schützen?

beebetter: Zunächst das Offensichtliche: Für mehr natürlichen Lebensraum sorgen! Bienenfreundliche Nahrungsquellen schaffen, für Nistmaterial und Nistmöglichkeiten sorgen sowie Wasserstellen in unmittelbarerer Nähe aufstellen.

Zudem spielt auch der Klimawandel eine Rolle in Bezug auf ein funktionierendes Ökosystem – es ist daher ratsam, das eigene Verhalten zu reflektieren. Öfter mal das Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel oder z.B. das Fahrrad ausweichen, den Fleischkonsum reduzieren, vermehrt biologische Erzeugnisse einkaufen usw.


Wenn ihr eure Nachbarschaft bienenfreundlicher gestalten wollt, dann meldet euch jetzt mit einer Pflanz-Aktion zum Tag der Nachbarn an. Bei der Anmeldung könnt ihr auch unser kostenloses Mitmach-Set bestellen, das unter anderem eine Wildblumensaatmischung enthält.

Ihr plant eine größere Pflanz-Aktion? Gerne könnt ihr kostenfrei zusätzliche Blumensamen bei uns bestellen! Schreibt uns dazu eine E-Mail an kontakt@nebenan-stiftung.de.

Wir danken #beebetter für die freundliche Unterstützung und die Bereitstellung der Blumensamen!


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