Straßenfest

Der Tag der Nachbarn am 24. Mai 2019 ist die beste Gelegenheit für ein Straßenfest in eurem Viertel. Umso früher ihr mit der Planung startet, desto entspannter seht ihr dem Aktionstag entgegen. Mit unserem Newsletter (>> hier anmelden <<) bleibt ihr dabei immer auf dem Laufenden.

Currywurst auf die Hand, Spiele für die Kids und ganz viel Zeit für Gespräche. Ein Straßenfest bringt Leben ins Viertel und Nachbarn miteinander in Kontakt. Macht eure Nachbarschaft für einen Tag zur autofreien Wohlfühlzone. Holt euch die Straße zurück und die Nachbarn aus den Wohnungen. Jeder kann ein Straßenfest organisieren.

Wir zeigen euch in diesem Artikel in Kurzform, wie ihr es anpackt. Eine ausführliche Anleitung findet ihr im Handbuch “Straßenfeste” von der Agora Köln und der nebenan.de Stiftung (hier herunterladen).

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1Motivation: Wozu ein Straßenfest?

Gemeinsam ein Straßenfest für das Viertel auf die Beine zu stellen, verändert etwas über den Tag der Nachbarn hinaus. Das fängt bei den einzelnen Menschen an. Wer seine Nachbarn kennt, ist glücklicher. Wer mit den “Fremden” in der Straße spricht, ist weniger misstrauisch. Wer an der Ecke gegrüßt wird, fühlt sich in der Stadt schneller zuhause. Wer im Notfall auf seine Nachbarn zählen kann, schläft ruhiger.

2Mitstreiter finden: Wer hilft mit?

Was ihr braucht, ist ein Kernteam, das die Zügel in die Hand nimmt. Das Team steht in regelmäßigem Kontakt, beruft Treffen ein und spricht neue Mitstreiter an. Hauptaufgabe: Am Ball bleiben! Oft sind im Kernteam nur zwei bis drei Personen.

Um Verstärkung für euer Team zu finden, veranstaltet ihr einen Infoabend an einem öffentlichen Treffpunkt. Ladet alle interessierten Nachbarn in eine Kneipe oder ein Café ein. Mit Postern oder Flyern informiert ihr die Nachbarschaft über das Treffen. Sprecht eure Nachbarn persönlich an und fragt sie um Hilfe. Viele Menschen wollen sich gerne engagieren, wissen aber nicht, wie und wo. Gibt es in der Nachbarschaft schon Netzwerke, die ehrenamtlich tätig sind? Dann holt den Verein, die Initiative oder die Kirchengemeinde mit ins Boot.

Wie spricht man potentielle Helfer/innen an? Das könnt ihr hier nachlesen.

3Planung: Was muss wo beantragt werden?

Straßenfeste finden meist nicht auf Privatgrundstücken, sondern im öffentlichen Raum statt. Damit sind Auflagen verbunden, die ihr problemlos erfüllt, wenn ihr euch an diese Schritte haltet.

Schritt 1: Das Konzept

Macht euch schon am Anfang klar: Wie viel Platz benötigen wir wofür? Welcher Straßenabschnitt bietet sich für unser Fest an? Muss der Autoverkehr umgeleitet werden? Dann macht euch an den Genehmigungsantrag. Er enthält:

  • Ort, Datum und Zeitfenster des Festes
  • Inhaltliches Konzept
  • Liste eurer Unterstützer (z.B. Unterschriftenliste der Nachbarn)
  • Erwartete Besucherzahl (zu einem bestimmten Zeitpunkt, nicht über den Tag verteilt)
  • Eine Aufbauskizze mit Angaben zu Bühnen, Ausschank und Verkaufsständen
  • Anhang: Verkehrszeichenplan (via Verkehrssicherungsagentur)

Schritt 2: Das Konzept beim Ordnungsamt einreichen

Den Antrag reicht ihr beim Ordnungsamt ein. Das genehmigt euer Straßenfest und informiert die beteiligten städtischen Einrichtungen wie das Amt für Straßen- und Verkehrstechnik, die Polizei, die Feuerwehr und gegebenenfalls die örtlichen Verkehrsbetriebe. Der Antrag kann von einer Privatperson oder über eine “juristische Person”, zum Beispiel einen eingetragenen Verein, eingereicht werden. Diese Person ist ab sofort der/die offizielle Veranstalter/in.

Schritt 3: Die Auflagen erfüllen

Wenn der Antrag eingereicht ist, gilt es eventuell weitere Auflagen zu erfüllen, je nachdem, was euer Straßenfest beinhalten soll:

  • Versicherung
  • Sanitätsdienst
  • Sanitäre Anlagen
  • GEMA
  • Schankgenehmigungen
  • Ordner
  • Sicherheit

Ausführliche Informationen zu rechtlichen Fragen und zusätzlichen Auflagen bei Veranstaltungen findet ihr hier.

Schritt 4: Die Anwohner informieren

Es ist wichtig, dass so viele Nachbarn wie möglich von dem Straßenfest erfahren. Tragt euer Fest auf www.tagdernachbarn.de ein. Kontaktiert die Anwohner aus der unmittelbaren Nähe. Hängt Zettel mit den wichtigsten Informationen an Haustüren und Plätzen auf:

  • Was ist geplant und wer steckt dahinter?
  • Wie erreicht man den/die Verantwortlichen vor, während und nach dem Fest?
  • Wann (Datum und Uhrzeit) ist welcher Teil der Straße gesperrt?
  • Wo und wann darf man nicht parken?

Schritt 5: Das Straßenfest feiern

Halteverbotsschilder und Verkehrsumleitungshinweise müssen mindestens 72 Stunden vor Festbeginn fachgerecht aufgestellt worden sein. Das erledigt normalerweise die Verkehrssicherheitsagentur für euch. Dann kann es losgehen!

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Schritt 6: Aufräumen

Beauftragt die städtische Müllabfuhr mit den Aufräumarbeiten oder sammelt den Abfall mit städtischen Müllsäcken selbst ein, das ist günstiger. Die Säcke stellt ihr neben öffentliche Mülleimer, am nächsten Tag werden sie abgeholt.

Produziert von vornherein möglichst wenig Müll, zum Beispiel indem ihr auf Pappgeschirr verzichtet.

Die aufgestellten Verkehrszeichen (Halteverbotsschilder und Absperrbalken) sollten von euch oder der Verkehrssicherungsagentur spätestens eine Woche nach Ende des Straßenfestes entfernt worden sein.

4Finanzierung: Was kostet der Spaß?

Die anfallenden Kosten bei Straßenfesten können sich erheblich unterscheiden. Je nach Bedeutung der Straße für den Verkehr oder Umfang des Kulturprogramms können ganz unterschiedliche Gebühren anfallen. Verhandelt selbstbewusst mit Ämtern und Dienstleistern, schließlich tut ihr etwas für das Gemeinwohl und die Stellen freuen sich über die Aufträge.

Tipp: Abhängig von den Möglichkeiten und dem Engagement eurer Nachbarn können von Anfang an Kostenfaktoren von der Liste gestrichen werden. Wir raten zum Selbermachen statt Beauftragen externer Dienstleister.

So bekommt ihr das Geld zusammen

Es gibt verschiedene Arten, Geld einzusammeln. Vielleicht verkauft ihr gemeinsam Trödel, verlost Sachspenden von Anwohnern oder organisiert ein Mitbringbuffet? Essens- und Flohmarktstände können auch um eine Standgebühr gebeten werden. Gegen Spenden könnt ihr Unterstützer-Sticker an Besucher verteilen. Auch Einnahmen vom Getränke- und Kuchenverkauf können helfen, das Fest zu finanzieren. Mit einer Tombola könnt ihr sogar Spenden für soziale Projekte in eurer Nachbarschaft sammeln.

Lokale Sponsoren anwerben

Straßenfeste sind mit ihrer gemütlichen, entspannten Atmosphäre ein attraktives Umfeld für Sponsoren, zum Beispiel für Getränkehersteller. Diese unterstützen euch gerne finanziell oder mit Sachsponsoring.

5Öffentlichkeit: Wie wird das Fest bekannt?

Rührt die Werbetrommel, schließlich sollen möglichst viele Nachbarn am Fest teilnehmen! Bewährt haben sich Flyer und Poster. Mehr Tipps, wie ihr eure Nachbarn einladet, findet ihr hier.

Wollt ihr auch Menschen aus anderen Stadtteilen erreichen? Ladet sie auf ähnlichen Veranstaltungen ein und informiert Tageszeitungen und Stadtmagazine! Dazu ruft ihr am besten in den jeweiligen Redaktionen an und erkundigt euch, was für Informationen zum Fest in welchem Umfang gefragt sind. Die Telefonnummern findet ihr im Impressum der Zeitungen oder auf deren Webseiten. Hier gibt es weitere Informationen zum Thema Öffentlichkeitsarbeit.

Wie ihr das Fest auch bewerbt, gebt immer eine Kontaktmöglichkeit an. Das kann eine Handynummer sein, eine Mailadresse oder der Hinweis auf die regelmäßigen Organisationstreffen.

Nützliche Links:

Das ganze Handbuch über die Organisation von Straßenfesten könnt ihr hier herunterladen.

Inspirationen zur Straßenfestgestaltung findet ihr beim Tag des Guten Lebens: http://www.agorakoeln.de/projekte/tag-des-guten-lebens/

Wir veranstalte ich ein autofreies Picknick auf der Straße? http://www.agorakoeln.de/2016/07/autofreies-picknick-auf-der-zuelpicher-strasse/


Autor:

Agora Köln

Das Handbuch ist ein gemeinsames Projekt von der Agora Köln und dem Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de. Die Agora Köln (www.agorakoeln.de) organisiert den “Tag des Guten Lebens” in Köln. Ein Stadtviertel ohne Autos und Kommerz zu erleben ist für viele eine ganz neue Erfahrung – für eine Anwohnerin gar “der schönste Tag in 30 Jahren in Köln”.

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